Ein Arbeitsschwerpunkt von LIQA ist das Themenfeld "Nationalsozialismus und der Arabische Raum".

Im September 2015 haben wir unseren ersten Workshop für arabische Stipendiat*innen eines vierwöchigen internationalen Austauschprogrammes in Berlin gegeben. Der Workshop hatte das Thema "Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in Deutschland und der Arabischen Welt" und soll es den Teilnehmenden ermöglichen, den Bezug zur Erinnerungskultur und der Aufarbeitung des deutschen Nationalsozialismus in ihren Herkunftsländern zu finden. Der Bildungstag, an dem unser Workshop stattfand, beinhaltete einen Besuch und Diskussion am Denkmal für die ermordeten Juden Europas sowie einen Besuch der Topographie des Terrors. Der Workshop bildete den Abschluss des Tages und diente insbesondere auch dazu, die Eindrücke des Tages zu reflektieren. So beschäftigten sich die Teilnehmenden zunächst an Hand ausgewählter Zitate intensiv mit dem Thema 'Erinnerungskultur', bevor in einer Fishbowl-Diskussionsrunde die Fragen behandelt wurden, ob sich die arabische Welt mehr und/oder anders mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandersetzen sollte, und ob die Teilnehmenden als Deutschsprechende einen besondere Verantwortung diesbezüglich haben.

Wir bekamen viel positives Feedback für unseren Workshop und haben das Konzept noch weiter ausgebaut. So planen wir beispielsweise eine deutsch-ägyptische Geschichtswerkstatt in Deutschland und Ägypten zur Wahrnehmung des Nationalsozialismus in den beiden Ländern durchzuführen. In diesem gleichberechtigten, binationalen Austausch sollen sich 20 junge Deutsche und Ägypter*innen über ein Jahr mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandersetzen. Als wichtigster Output soll dabei ein Bildungskonzept mit je einem Workshop für OberstufenschülerInnen und StudienanfängerInnen ohne Vorkenntnisse in Deutschland und Ägypten entstehen. Mit der Geschichtswerkstatt möchte LIQA einerseits einen Beitrag zu einer sachlichen Diskussion von historischen Themen mit Relevanz für die Gegenwart leisten, andererseits mit dem Bildungskonzept Workshops zur Sensibilisierung für Antisemitismus und Völkisches Denken und zur Sichtbarmachung der globalen Dimension des Nationalsozialismus im schulischen und universitären Kontext anbieten.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen wir mit unserer deutsch-arabischen Geschichtswerkstatt für in Deutschland lebende Geflüchtete. Auch hier zielen wir auf einen gleichberechtigten Austausch und die Zusammenarbeit von deutschen Studierenden und arabischen Studierenden mit Fluchterfahrung. Gemeinsem lernen sie intensiv über die Rezeption der Shoah und des Nationalsozialismus in Deutschland und dem arabischen Raum. Das besondere an diesem Konzept ist die Ausbildung der Teilnehmenden zu Multiplikatoren. Sie entwerfen ebenfalls ein eigenes Workshopkonzept zum Thema "Wahrnehmung des Nationalsozialismus" der sich an junge Araber*innen mit Fluchterfahrung richtet.

Gerne möchten wir unsere Arbeit im Themenfeld "Nationalsozialismus und die Arabische Welt" weiter ausbauen. Wenn Sie Interesse an einer Kooperation oder einem Workshop haben, schreiben Sie uns bitte. Sie können dafür gerne das Kontaktformular nutzen oder die Projektverantwortlichen Isabel Müller (isabel.mueller[at]liqa-project.org) und Ulrich Berger (ulrich.berger[at]liqa-project.org) direkt anschreiben.